1. Kann ich gleich mit E-Gitarrenunterricht beginnen?

Ja, wieso nicht? Das E – Gitarre Spielen unterscheidet sich in einigen Punkten sound- und spieltechnisch von der Konzertgitarre. Die Westerngitarre liegt zwischen beiden.

Die Musik, die dich am meisten und im tiefsten Inneren trifft, wird auch dein bester Zugang zum Selber-Rocken sein. Wenn du eine Idee, einen Wunsch, ein Verlangen hast, eine Band, einen Gitarristen im Kopf hast, der dich gerade bewegt und berührt und wenn das durch Strom passiert, der durch die Tonabnehmer einer E-Gitarre fließt, wird das dein Motor sein, Musik zu machen.

Bist du AnfängerIn, solltest du erst einmal eine Weile trotz aller Begeisterung für alle Gitarrenarten bei einer der dir gewählten Gitarrensorte bleiben. Setze dir ein Ziel, wie weit du damit kommen möchtest. Dann kannst du wieder wechseln.

Neue Herausforderungen in der heutigen Gesellschaft fordern jeden einzelnen. Deshalb solltest du genau wissen, dass dein Trainieren auf der Gitarrre den besten Erfog bringt, wenn du vorerst zäh kleine Ziele in überschaubaren Zeiträumen verfolgst.

Kennst du einen E-Gitarristen, der mit seiner Rockband bekannt und gleichzeitig für seine Auftritte als Konzertgitarrist berühmt ist?

Die meisten alten Bluesgitarristen haben ihr Leben lang nur Blues gespielt und nicht erst den gesamten Band einer Klassikgitarren-Schule durchgespielt.

2. Wie kann ich Gitarre spielen und gleichzeitig Singen?

Zunächst solltest du sowohl die Gitarre als auch den Gesang separat für einen Song trainieren. Danach bringst du es nach und nach zusammen. Gitarre und Stimme sind 2 unterschiedliche Instrumente. Jedes sollte für sich allein und ohne das andere in einem Song bestehen können. Wenn du das drauf hast, fängst du an, die ersten Takte Gitarre mit Gesang zusammenzubringen. Sollte das gleich auf Anhieb klappen, kannst du dir einen größeren Abschnitt vornehmen. Dabei wirst du bemerken, dass der Rythmus der Gesangsmelodie mit dem der Gitarrenbegleitung nicht an allen Stellen im Song konform laufen, das fordert von dir einiges an Koordination. Bei Koordinationsproblemen hilft zunächst nur Mega-Langsamstes Wiederholen ein- und desselben Abschnittes. Arbeite unanhängig davon und parallel dazu immer an verschiedenen Rythmikthemen und – Bereichen. Je mehr du in Sachen Rythmik und  verschiedenen Anschlagstechniken drauf hast, desto entspannter werden deine Gitarrenbegleitung und dein Gesang zusammenwirken.

Wenn du sehen willst, wie meine Schüler diese Tipps umsetzen, guck dir doch mal einige ihrer neuesten Videos auf  MEINE SCHÜLER  an.

3. Wie schaffe ich es, mir einen Song rauszuhören?

Es gibt verschiedene Wege, wie du das Raushören anpacken kannst. Am Ende ist es wohl eine gesunde Mischung aus allem. Hier habe ich dir 3 meiner Haupteckpfeiler, wie ich selbst coole Stücke raushöre, beschrieben:

Möglichkeit A):

Rhythmus mitklopfen

Du solltest dir einen deiner gefühlt leichteren Lieblingssongs heraussuchen. Augen auf bei der Songauswahl! Es nützt dir nichts, wenn du dir eine total schnelle, lange und und undurchsichtige Nummer raussuchst. Nimm einen dir bekannten Song, bei dem du den Rhythmus mit dem Fuß oder mit den Händen die ganze Zeit mitklopfen, mitmoshen oder evtl. mitsingen kannst, ohne dabei ständig rauszukommen.

Möglichkeit B):

Nach Gehör

Du kannst dir entweder dein Instrument schnappen, deine Boxen, aus denen dein Lieblingssong dröhnt und deinen Amp aufdrehen und irgendwie instinktiv dazu mitspielen. Sei mutig und leidenschaftlich! Sei Rock’n Roll. Falsch gibt es hier nicht, du mußt viele schräge Töne gespielt haben, bis die wohlklingenden an der richtigen Stelle des Liedes übrigbleiben. Irgendetwas stimmt immer, der Rhythmus, den du dazu schrammelst, ein einzelner Chord oder ein interessanter Ton, den du aufgeschnappt hast oder ein halbes Riff. Vielleicht spielst du das ganze Lied hindurch nur dieses aufgeschnappte Riff-Wrack, Hauptsache, du bist mitten drinnen im Kosmos dieses Liedes, dieser Band. Es geht also nicht darum, den ganzen Song gleich von Anfang bis Ende perfekt durchzuspielen, sondern ihn nach und nach instinktiv zu entdecken, solange du Spaß daran hast.

Toller Nebeneffekt:

Nebenbei schulst du dein Gehör.

Möglichkeit C):

Struktur finden/Harmonielehrekenntnisse anwenden

Mache es dir gemütlich, nimm deine Köpfhörer. Höre dir das Lied insgesamt an, welche Aufteilung – genannt Leadsheet – für dich erkennbar ist und schreibe sie dir in einfacher Form auf, zum Beispiel.:

Intro, 1. Vers, 1. Chorus, 2. Vers (dieselbe Begleitung wie 1. Vers), 2. Chorus, Bridge usw….

Jetzt kannst du deine Harmonielehre-Kenntnisse, falls vorhanden, einsetzen:

Höre dir den Grundton heraus. Das ist der Ton, den du das gesamte Lied durchsingen – oder mitspielen kannst, ohne dass er schief klingt. Viele Songs oder Gesangsmelodien hören meist am Ende mit diesem Ton auf.

Mit dem Grundton kennst du auch gleich die Tonart, in der das Lied abläuft. Jetzt mußt du dich nur noch entscheiden, ob sich der Song eher nach Dur (fröhlich) oder moll (melancholisch) anhört.

Was jetzt kommt, erfordert Grundkenntnisse in Musiktheorie:

Du baust dir alle Akkorde auf jeden Ton der Tonleiter auf, die in dieser Tonart standartmäßig vorkommen, die sogenannten „Funktionen“. Wenn du ihre musikalische Wirkung kennst und schon einiges an Erfahrung in Sachen Harmonielehre mit einfließen lassen kannst, weißt du, was im Song gespielt wird und wie es gespielt wird. Die Tonika, Subdominante und Dominante auf der I, IV und V. Stufe kommen am häufigsten vor.

4. Muß ich Noten und Tabulaturen lesen können?

Nein. Notenschrift ist die Musiker-Schrift. Ist unsere Schreibschrift im Alltags-Leben für dich 100 % Kommunikation im Alltag? Kannst du dich auch ohne sie verständigen?

Je intensiver du Musik machst, desto interessanter wird es, sich über diese Frage Gedanken zu machen. Wie verschaffe ich mir alle möglichen Wege, um Zugang zu bekommen?

Möchtest du beispielsweise ein Gedicht vortragen, solltest du vorerst einen Weg finden, wie du es dir am besten einprägen kannst. Dazu wäre es vorteilhaft, es immer wieder abrufen zu können. Wenn das über das Gehör geht, in dem du dir das Gedicht über eine Tonaufnahme anhörst, wozu brauchst du dann die Schrift? Geht es über das Lesen des Gedichtes für dich besser oder genauso gut über das Gehör?

Wird im Laufe der Zeit das Musikmachen für dich komplexer, wenn du dir z.B. längere Songs oder Stücke merken oder Ideen festhalten willst, kann es sehr hilfreich sein, wenn du verstehst, wie Tabulaturen oder Noten geschrieben und gelesen werden. Dies ist eine Fähigkeit, die dir den Austausch mit anderen Musikern weit öffnen wird. ‚Guitar Pro‘ ist ein tolles und günstiges Programm, das es dir erleichtert, gehörte Musikabschnitte, ganze Songs  in unterschiedlichen Tempis mitzuspielen oder deine Ideen festzuhalten. Es enthält sowohl Tabulaturen und Noten aller Instrumente. Erfahre hier mehr dazu.

5. Ich kann schon Gitarre spielen – wie kann ich mehr Sicherheit beim Spielen bekommen?

Um dich voll in deinem Gitarrenspiel voll austoben zu können, beim Üben Spaß zu haben und nicht hängenzubleiben, ist ein Fundament an gezielt trainierter Mechanik und Technik ein absolut wichtiges Handwerkszeug für dich. Wenn du stundenlang und tagelang verzweifelt an einem Stück übst und nicht weiterkommst, ist das, was du übst, momentan zu schwer für dich. Verwendest du jedoch bei jeder deiner Übesessions einen bestimmten Teil deiner Trainingszeit für Fingerbewegungen und der Ausbildung bestimmter Skills, wirst du immer weniger in diese Situation kommen.

Fingerübungen sind absolut notwendig, um Muskeln und Sehnen gesund aufzubauen, ohne dich durch Hau-Ruck-Aktionen zu überfordern. Es gibt jedoch eine Menge sinnvoller und im Moment für dich eventuell nicht so günstiger Übungen. Da ist es gut, dir von einem Profi einen Trainings-Plan erstellen zu lassen. Auf der Bühne gibt es dir eine unglaubliche Sicherheit für deine Show, wenn dich dieses Fundament trägt.

6. Schnelligkeit fasziniert mich, kann ich das auch?

Viele Metal-und Hardrock-Gitaristen legen ein überdurchschnittlich hohes Tempo vor. Ohne dieses ist die Wirkung der Musik undenkbar und gilt als stilprägend. Um an deine Heros heranzukommen, reicht es nicht nur, ihre Musikstücke zu spielen, sondern sie gezielt anzuzapfen, nach dem zu grasen, was die jeweilige Herausforderung ist.

Kirk Hammet hat einmal in einem Video erzählt, dass er 45 min am Tag nur die rechten Hand alleine übt, um fit für seine downstrokes zu sein. Würdest du das einfach nur irgendwie nachmachen, ist es möglich, dass du eine Sehnenscheidenentzündung bekommst. Dein Körper ist dein höchstes Gut! Höre auf ihn und taste dich langsam vor. Alles, was du in guter Soundqualität mit sukzessivem Muskelaufbau verbindest, kann nach und nach auch schneller werden. Du solltest dich vorher mindestens 5-10 min gut aufgewärmt haben. Das Metronom ist dein wichtigster Begleiter. Setze es erst dann ein, wenn du langsam, sicher und locker eine neue Speedtechnik beherrschst. Bei mir erfährst du im Gitarrenunterricht, wie du hier am besten vorgehst.

7. Warum gelingen meine Barregriffe nicht?

Hier sind wir bei einer speziellen Technik, die wir erarbeiten können, ohne jemals wieder Probleme damit zu haben. Offenbar fehlt dir eines oder mehrere dieser 3 Säulen für Barreegriffe, die durch wenige Übungen augebildet werden können:

dafür ausgebildete Muskeln
Dehnung
Positionierung deiner Finger

Erst wenn alles beim Barreegreifen zusammen harmoniert, bist du die/der KönigIn des Barrees.

8.)  Wie kann ich einen kreativen und ausdrucksckvollen Stil entwickeln?

Indem du beim Trainieren Wert darauf legst. Erst wenn du deine beiden Hände in Koordination gebracht hast und du beispielsweise bei einem Solopart nicht mehr darüber nachdenken mußt, wie du ihn spielst, du es also schon in dein Langzeitgedächtnis gespeichert hast, wird es immer automatischer laufen.

Das ist genau der Zeitpunkt, an dem du dich an deinen Ausdruck wagen kannst. Den übst du dir genauso intensiv ein, wie du dir vorher die Tonabfolge draufgeschafft hast.

Wir haben einiges zur Verfügung, um einen Ton zu verschönern, z.B. Slides, Vibrato, Bendings und wie laut und in welcher Itensität du die Töne zueinander spielst. Wenn du deine eigenen Emotionen auf dein Instrument übertragen kannst und auch dieses durch ständiges Wiederholen automatisierst, wird sich auch das in deinem zukünftigen Spiel manifestieren. Umso mehr wird es Dein Spiel, Dein Stil. Dass du auch in Fragen der Gestaltung viel von deinen Lieblingsgitarristen nachspielst und aufschnappst, es für dich verwendest und ummünzt, unterstützt dich auf diesem Weg. Solange du fantasievoll bleibst, brauchst du dir keine Gedanken darüber zu machen, dass du dabei nicht eigenständig genug wirst. Jeder Musiker hatte Einflüsse und alle haben diese zuerst kopiert. Du sollstest nur dieses nicht alleine tun. Gute Gitarristen wie Michael Amott spielen manchmal denselben Ton 2, 3 mal hinterienander, erreichen diesen Ton unterschiedlich oder verändern die Tonlängen.

Du bist nur für andere unterhaltsam, wenn du alles daran setzt, dein Publikum in deinen Bann zu ziehen. Es hilft also durchaus auszuprobieren, wie unterschiedlich du ein-  und diesselbe Stelle interpetieren kannst. Es gibt ja auch diesen oder jenen Gitarristen, bei dem du mit offenem Mund davor sitzt uns staunst, wie schnell er spielt. Aber nach einer Zeit fängt es an, dich zu langweilen und du schaltest ab. Es ist nicht immer entscheidend, wie schwer ein Part ist oder wieviele Töne du auf einmal spielst, sondern wie….

Ein Laie und dein Publikum wollen hauptsächlich eines von dir: Energie! Non stop.

9. Ich bin AnfängerIn – Wie lange dauert es, bis ich Gitarre spielen kann?

Das kommt ganz auf dich an. Auf dein Durchhaltevermögen und deine Ausdauer. Es geht bei Künsten viel um Genauigkeit, gepaart mit Spontanität und Kreativität. Das sind Fähigkeiten, die du vielleicht erst entwickeln möchtest. Willst du wirklich etwas können, gib dir viel Zeit und bleib dran! Dass Stereotype beim Trainieren auch mal nicht mehr den Kitzel des „Neuen“ haben, läßt viele einfach mit einer Sache aufhören und zu früh etwas Neues beginnen. Dieser Reflex bringt dich beim Gitarre Lernen nicht weiter. Du kannst ihn aber mit dem Feiern von kleinen und großen Erfolgen immer weiter zurückdrängen. Feiern kann sein, dass du, egal mit welchen Mitteln, Musik  mit anderen machst und in diesem Moment nicht trainierst, sondern losläßt und je nach deiner Fähigkeit z.B. einfache Parts spielst oder, dass du dich beim Erreichen eines Zieles mit etwas Schönem belohnst.

Auch wenn es dir mal nicht so viel Spaß macht: Sei dir immer bewußt: Je öfter du eine Sache machst und verfolgst, desto mehr erinnert sich dein Bewußtsein daran. Es dauert einige Zeit, bis das dann im Gehirn in dein Unterbewußtsein aufgenommen wird, da dein System vorzugsweise das speichert, was es als wichtig empfindet. Das tut es nur durch ständiges Wiederholen.

Da heißt es, dir kleine und große Ziele zu setzen und diese zu verfolgen. Möglicherweise kannst du nach 3 Jahren schon ganz passable Sachen machen, vielleicht kannst du nach 1 Jahr schon 3 Songs und 4 Patterns mit anderen Musikern spielen. Je mehr du machst, desto schneller lernst du. Da du am Anfang ziemlich stark mit dem Erarbeiten von Grundlagen beschäftigt bist, geht es erstmal zäher voran.

Nicht umsonst dauert eine Musikschulausbildung in der Grundstufe 6 Jahre und die Oberstufe nochmal 2 Jahre. Danach bereiten sich die Musiker auf ihre semi-professionellen Auftritte und Ausbildungen vor oder auch für ein Musik-Studium. Jahrelanges Trainieren und Praktizieren mit vollem Einsatz, Leidenschaft und Herzblut macht sie dann erst zu Profis. Gut bleiben bedeutet, nie damit aufzuhören und wenn nötig, neu zu beginnen. Wenn du nicht so weit gehen willst, wirst du trotzdem alle anderen abhängen und besser werden im Gegensatz zu jenen, die nicht trainieren oder lediglich nur Gitarre Spielen lernen wollen, es aber nicht machen.

10. Brauche ich Harmonielehre, um gut Gitarre spielen zu können?

Vergleichen wir es damit: Es ist genauso, als würdest du fragen, ob ein Kleinkind, das seine Muttersprache gerade lernt, einen Grammatikkurs braucht. Das Kind lernt durch Hören, Beobachten und Interaktion mit Erwachsenen oder anderen Kindern. Du kannst komplett alles über das Gehör und deine INTUITION laufen lassen. Meist können Kinder heute schon vor Schulalntritt lesen, da sie im Internet surfen. Es hat sich bei ihnen also ein natürliches Interesse am Lesen aus dem Verlangen heraus entwickelt, Ihre Lieblings-Interessen verfolgen zu können.

So ist es mit dem Erlernen deiner Grundlagen des Gitarrenspiels ebenfalls und du kommst auch ohne Harmonielehre ein großes Stück voran. Irgendwann beginnst du, dich evtentuell für bestimmte Klänge zu interessieren. Wenn du sie ohne Probleme reproduzieren kannst, brauchst du Harmionielehre nicht.

Improvisation und das Musizieren werden durch theoretisches Wissen unterstützt. Die Entwicklung ging und geht ja immer weiter in der Geschichte. Alles, was bereits festgehalten wurde, mußt du nicht mehr neu erfinden. Möchtest du schneller, kreativer und effizienter Gitarre spielen, dann werden Musiktheorie und Gehörbildung dir helfen, Musik zu analysieren, um sie besser zu verstehen. Du wirst befähigt sein, Ideen besser auszubauen und dir Neues zu erschließen.

Jimi Hendrix war Autodidakt. Er hatte kurz vor seinem Tode jedoch vor, von Miles Davis Tonleitern zu erlernen und diese zu studieren. Selbst hatte er bis zu diesem Zeitpunkt bereits bestimmte Modis (Kirchentonleitern) benutzt und als Klangfarben eingesetzt. Wie weit er das intuitiv gemacht hat oder Kenntnis davon hatte, ist nicht entscheidend. Aber ich finde es bezeichnend für solch einen kreativen und bahnbrechenden Musiker, dass er auf alles Wissen über Skalen zugreifen wollte, was es damals gab.

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